Restaurierung Illusionsmalerei Südfassade
«Alte Sekretarie», Chorherrenstift St. Michael, Beromünster LU
Die «Alte Sekretarie» ist Teil der aus fünf Häusern bestehenden Häuserzeile, die den «Freiet» im Norden begrenzt. Der dreigeschossige, verputzte Massivbau wird von einem geknickten Satteldach mit Gerschild abgeschlossen. Auffällig ist, dass das zweite Obergeschoss deutlich höher ist als die übrigen Stockwerke und in der Mitte eine Illusionsmalerei aufweist. Das Gebäude ist unregelmäßig in drei Achsen gegliedert, wobei die Fenster unterschiedliche Formate haben und überwiegend mit gotischen Sandsteineinfassungen versehen sind. Die mittig platzierte Haupteingangstür an der Südseite besitzt eine profilierte Einfassung aus Sandstein und ein klassizistisches Oberlicht. Im Oberlicht ist die Jahreszahl «1796» eingraviert.
Im Vorfeld der Renovierung der «Alten Sekretarie» im Jahr 2024 wurde beschlossen, die Illusionsmalerei auf der Südfassade zu restaurieren. Die Malerei, die ein Fenster mit geschlossenen Fensterläden imitiert, zeigte mehrere Fehlstellen bis hinunter auf den Grundputz. Der dünne Deckputz haftete aufgrund der versinterten Oberfläche des Grundputzes nur unzureichend. Auch die in Ölfarbe ausgeführte Malerei war in einem schlechten Zustand: Die Farbe kreidete stark aus, und auf ihrer Oberfläche hatte sich eine dicke, gelbliche Schicht gebildet. Zudem waren aufstehende Malschichtschollen sichtbar.
Mittels Reinigungs- und Festigungsversuchen am Objekt wurden die Restaurierungsmassnahmen erarbeitet. Die Illusionsmalerei wurde zunächst mit einem Saugschwamm und Wasser vorgereinigt und die gelbe Schicht mit einem feuchten Schleifvlies angelöst und mit dem Saugschwamm entfernt. Deck- und Grundputz wurden mit Syton W vorgefestigt, die Holhllagen mit einem Hinterfüllmörtel verfüllt und die Fehlstellen im Deckputz mit einem Kalkmörtel geschlossen. Abschliessend wurde die Illusionsmalerei mit Halböl gesättigt und die Fehlstellen in der Malerei mit Leinölfarben retuschiert.