Musterrestaurierung Gemälde Nr. 48
Gemäldezyklus Hallenumgang Klosteranlage Werthenstein LU
Der Hallenumgang des ehem. Franziskanerklosters in Werthenstein wurde von 1621-1628 durch Baumeister Viktor Martin aus Beromünster gebaut. Im Hallenumgang befinden sich 49 Wandnischen die vom Luzerner Maler Josef Reinhard von 1775- 1779 mit einem Gemäldezyklus bemalt wurden. Die Bilder wurden direkt auf den Wandputz gemalt
Der Gemäldezyklus beginnt beim südlichen Seiteneingang und führt an sämtlichen Wandteilen des Hallenumgangs entlang bis zum nördlichen Seiteneingang der Kirche. Das Bildprogramm beginnt bei Bild 1 mit der Übergabe des Klosters, geht weiter zur Vita Christi, mit der Verkündigung bis zur Himmelfahrt Marias. Die Bilder 47 bis 49 stellen die Gründungsgeschichte der Wallfahrtskirche dar. Auf dem Abschlussbild 50 hat sich der Maler Josef Reinhard zusammen mit zwei Franziskanern dargestellt.
Im Zuge einer Musterrestaurierung, welche im Herbst 2022 startete und 2023 zum Abschluss kam, wurde am Bild Nr. 48, «Zwei Luzerner Ratsherren beraten mit einem Franziskaner den Klosterbau», eine Bestands- und Zustandsaufnahme gemacht. Hierzu wurden die Schäden digital kartiert. Das Hauptproblem bei der Restaurierung bestand darin, dass die Bilder bei einer früheren Restaurierung mit Wachs behandelt wurden. Da das Wachs nicht komplett entfernt werden konnte, mussten verschiedene Reinigungs- und Festigungsversuche gemacht werden. Nach einem halben Jahr wurden die Festigungsversuche nochmals überprüft und eine Methode ausgewählt, die auf das ganze Bild angewendet wurde.
Da die Malschicht viel Wachs aus einer früheren Restaurierung enthielt, konnte mit Wärme und Druck die Malschicht erstmal gefestigt werden. Da die Festigung nicht ausreichend war, wurde zusätzlich ein Festigungsmittel verwendet. Anschliessend wurde das ganze Bild mit einem Firnis überzogen und die Fehlstellen mit einer Punktretusche geschlossen.